Ehrwürdiger Altmeister
geliebte Brüder Alle

Am 17. Mai 2012
wurde ich in die Bruderschaft der Loge Euromason Nr.55 aufgenommen.
Ich erlebte eine Initiation die mich geprägt hat und die ich nie vergessen werde.

Meine Beförderung zum Gesellen war am
16. Mai 2013
und am
18. September 2014 war meine Erhebung zum Meister

Am 18. Mai 2017 liebe Brüder, habt ihr mir das Vertrauen geschenkt
und mich zum M.v.St. gewählt.

Das war genau ein Tag nach dem Geburtstag unseres
lieben Bruders Jürgen Wippler der leider viel zu früh
vom grossen Baumeister aller Welten in den ewigen Osten abberufen wurde.

Er war es, der mir den Weg in die Freimaurerei gezeigt hat.
Dankbar werde ich immer an ihn denken.

Auch danke ich meinen geliebten Brüdern Dieter und Fritz.
Ihre Erfahrung und Weisheit war und ist auch zukünftig
für mich immer eine grosse Hilfe.

Ab heute nun, am 21. September 2017 habe ich die große Ehre
unsere Loge Euromason Nr.55 im Orient der Costa Blanca,
als primus inter pares also als
ERSTER BEAMTER UNTER GLEICHEN zu leiten.

Unter den “Beamten” der Loge gibt zwar keine Hierarchie,
aber, der Meister vom Stuhl, übernimmt
die Verantwortung für die Tempelarbeit und die rituelle Führung.

Was im Tempel in Übereinstimmung mit dem Ritual gesagt wird,
sollte also geschehen,
denn er ist an den Ablauf und Wortlaut des Rituals gebunden.

Im Rahmen seiner Kompetenzen, bestimmt er das Geschehen
in der Loge und außerhalb der Tempelarbeit.

Allerdings muss er sich je nach Inhaltsschwere der Entscheidung abstimmen mit:
– der Logenführung (also mit den beiden Aufsehern),
– mit dem Beamtenrat
oder
– bei der Logenversammlung mit
allen Brüdern der Loge.

Wichtige Entscheidungen
(z.B. über eine Logenreise, die Änderung des Beitrages oder ähnlich)
können nur durch Abstimmung in dieser Versammlung geschehen.
Die Abstimmung geschieht in demokratischer Weise.

Die Möglichkeiten der “Macht” des Meisters vom Stuhl
sind somit stark eingeschränkt.
Das ist „Bodenhaftung“ trotz führender Aufgabe
und fördert die wichtige Harmonie der Bruderschaft.

Ich bin mir der Verantwortung meines Amtes durchaus bewußt
und ich weiß, dass ich noch viel lernen muss.

Mein freimaurerisches Wissen habe mir erarbeitet
durch rege Teilnahme an unseren
– Tempelarbeiten,
– den sehr lehrreichen Brudertreffen,
– Gesprächen mit erfahrenen Brüdern unserer und befreundeter Logen,
– und das diskutieren hoch interessanter Themen
mit Gästen und Brüdern auf den zweijährig stattfindenden Seminaren

Ich bin also, was meine Logenjahre betrifft, noch nicht so lange dabei.
Historisch bin ich also unbelastet.
Das hat auch Vorteile.

So oft es geht, werde ich:
– die freimaurerischen Meistertugenden beherzigen
– mich vor allem selbst nicht so wichtig nehmen, und versuchen
ausgleichend und fair bleiben.

Und das,
immer auf gleicher Augenhöhe mit meinen Brüdern.

Auch werde ich weiterhin nur an meinem rauen Stein arbeiten
und mich immer wieder fragen:

…. Ist es wahr, bin ich aufrichtig?
…. Ist es fair für alle Beteiligten?
…. Wird es Freundschaft und guten Willen fördern?
…. und,
wird es dem Wohl aller Beteiligten dienen?

Diese Fragen werde ich mir auch stellen,
wenn ich einmal das Zünglein an der Waage
bei einer Uneinigkeit sein muß.

Freimaurerei soll Freude machen.

Das erreichen wir aber nur, wenn wir offen, harmonisch
und mit gebührendem Respekt vor dem Bruder
miteinander kommunizieren.

Das schafft Zufriedenheit.

Zufriedenheit oder Satisfaction kommt aus dem lateinschen.
Wobei satis = genug und faction soetwas wie getan heißt.
Ein guter Weg Zufriedenheit zu erreichen ist,
wenn man sich immer wieder fragt:

Habe ich genug getan? Habe ich genug an meinem Stein gearbeitet?

Aus diesem Grund habe ich für meine Amtszeit
das Motto: “Zufriedenheit” gewählt.

Historisches ist gut und wichtig.
Doch genau so wichtig das Erhalten unserer Loge.

Was können wir tun,
um uns bei Suchenden und auch bei Brüdern
anderer Logen bekannter zu machen?

Hier bietet die moderne,
digitalisierte und globalisierte neue Zeit
viele Möglichkeiten.

Eine davon ist,
eine moderne und zeitgemässe Präsentation
im Internet um auf uns aufmerksam zu machen.

Wie werden die ersten Schritte aussehen?

Zunächst werden wir unsere Webseite etwas überarbeiten.
Sie bekommt ein neues modernes Design
und wird mit anderen Logen verlinkt.

Um uns bei Suchenden in unserem
näheren Umfeld bekannt zu machen,
sollten wir durchgehend
kleine Anzeigen schalten.

Für weitere Vorschläge zu diesem Thema
wäre ich natürlich sehr dankbar.

Thema Bekleidung

Wir sollten es gestatten,
dass Brüder mit höheren Graden
ihren eigenen Schurz tragen dürfen,
auch dann, wenn sie Mitglieder unserer Loge sind.

Zeichnungen

Eine Zeichnung ist eine schriftliche Ausarbeitung
zu einem frei gewählten Thema.

Die Ausarbeitung ist immer mit viel Aufwand verbunden.
Bisher wurde eine Zeichnung vorgetragen und danach
verschwand sie in der Versenkung.

Ich habe recherchiert wie andere Logen das handhaben.
Sie nehmen an Brudertreffen oder Gästeabenden Zeichnungen
zum Anlass, um eine Diskussion über das referierte
Thema zu führen.

Dies bietet die Möglichkeit, den eigenen Standpunkt
argumentativ zu vertreten und somit,
zu durchdenken und zu hinterfragen.

Das sollten wir auch so tun.
Wenn also der Wunsch geäussert wird, noch einmal
über eine Zeichnung zu sprechen,
schlage ich vor, das mit dem Bruder Redner abzustimmen.

Er entscheidet dann
ob diese Zeichnung als Diskussionsthema
einsetzt wird.

Ich bitte Euch, sich diese Vorschläge
bis zum nächsten Brudertreffen zu überlegen.
Wir werden dann demokratisch darüber abstimmen.

Das Ritual

Die wichtigste Aufgabe aber wird sein:
das seit 300 Jahren bestehende Ritual
richtig zu zelebrieren und zu verstehen.

Instruktionslogen
Damit wir nicht aus der Übung kommen,
werden wir zukünftig auch Gesellen-
und Meisterrituale zelebrieren.

Vorhandenes freimaurerisches Wissen vertiefen und festigen

Ich habe mir von der deutschen Grossloge
aktuelle Schulungsunterlage für alle 3 Grade besorgt.

Diese Unterlagen habe ich eingescannt.
Sie können also mit dem Beamer auf eine
Leinwand projiziert werden.

Ich schlage vor, dass wir uns in den jeweils
ersten 30 Minuten eines Brudertreffens
1-2 Kapitel dieser Schulungsunterlagen anschauen.

Es ist zu überlegen, ob wir diese Schulungsunterlagen
auch als Loge anschaffen und sie dann jedem Bruder
zur Verfügung stellen.

Er könnte dann nach dem Brudertreffen
zuhause nachschlagen, wenn er Fragen
zum aktuell vorgetragenem Kapitel hat.

Nach diesen 30 Minuten werden wir dann konsequent,
das vom Redner vorgegebene Thema diskutieren.

Wir sind nur eine kleine Loge. ….Können wir was bewegen?…

Wir brauchen nicht kleinmütig zu werden
ob unserer kleinen Zahl im Vergleich zur ganzen Menschheit.

Wie sich zeigt,
geht eine dringend notwendige Bewußtseinsänderung in uns
nicht von anscheinend großartigen
politischen und wirtschaftliche Problemen aus,
sondern in erster Linie nur von ganz persönlichen
engen zwischenmenschlichen Bildungsprozessen.

Sie prägen unser Leben zum brüderlichen, humaneren Fühlen.

Der enge Bruderkreis, die einzelne Loge,
die gesamte Freimaurerei als auch die Zusammenarbeit
aller Menschen, die guten Willens für die Ziele der Humanität sind,
können somit hoffnungsvoll mithelfen,
Unmenschlichkeit und Chaos für die Zukunft zu verhindern

Gedichte
Für das “Kleine” zwischendurch habe ich mir
historische Freimaurergesänge herausgesucht.

Keine Angst,
ich werde diese, doch sehr schwierig vorzutragenden Arien,
nicht singen. Ich werde aber diese aussagekräftigen
und alten Texte vortragen.

Johannisfest

Leider haben wir dieses Jahr unser
wichtiges Johannisritual
nicht zelebriert.

Begründung, zu wenig Brüder.

Ich habe die Entscheidung, unsere Tempelarbeit
an diesem Tag ausfallen zu lassen, leider mitgetragen.
Ich fand, dann ist es eben so.

Erst nachdem mich mein
lieber Freund, Mentor und Bruder Dieter anrief
und mir erklärte, was man noch hätte tun können,
habe ich nachgedacht und war sehr beschämt.

Mir wurde klar, ich muss noch viel an mir arbeiten,
sonst hatte ich niemals zugestimmt.

Das Johannisfest darf in Zukunft nicht mehr ausfallen
das sollten wir uns alle versprechen.

Wünsche

Zum guten Schluss wünsche ich mir,
das jeder Bruder das erfährt was ich immer wieder
während des Rituals empfinde:
Harmonie, Liebe, Zusammengehörigkeit und Brüderlichkeit.

Bitte helft mir, dass das so bleibt.
Nur so kann ich Euch als Bruder auch etwas geben.

Liebe Brüder, ich danke für Eure Aufmerksamkeit.

Die Kette
Auf, Brüder! Faßt der Freundschaft Band,
das euch die Weisheit bindet!
Auf, alle! reichet euch die Hand,
So treu wie ihrs empfindet!

Wist, Eintracht und Verschwiegenheit,
die fördern unsre Werke
Im Tempel der Glückseligkeit,
durch Weisheit, Schönheit, Stärke

Seit ohne Gold und Nachruhm reich,
Seid glücklich, ohne Thronen;
Denn mehr, als Gold und Rang,
kann euch die Maurerei belohnen.

Das Herz weiht der Zufriedenheit,
und jedem Jugendtriebe,
Und suchet die Glückseligkeit
In Eintracht, Freundschaft, Liebe.

Liebe Brüder wir treten in die Kette.

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